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News

10.20.07 17:36 Age: 204 Days

Eick, Sambale, Toepfer Kontrollierte Urbanität Zur Neoliberalisierung städtischer Sicherheitspolitik

Cover: Eick/Sambale/Töpfer - Kontrollierte Urbanität (Copyright of original image: Andy Clark/Reuters). Buy the book at your local book store (preferred), through our publisher or at amazon.de

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Ereignisse wie die Riots von Los Angeles 1992 (Mayer 1992; Mendel 1997) oder die Auseinandersetzungen in den Banlieus Frankreichs 2005 (Murray 2006; Wacquant 2006; vgl. Sambale/Eick 2005) und die »Battle of Seattle« von 1999 (Lichbach/Almeida 2001; Wainwright 2007), die G8-Polizeigewalt in Genua 2001 (amnesty international 2001) und die ihr nachfolgenden, ebenfalls von polizeilicher Gewalt gekennzeichneten Events31 (Donson et al. 2004; Hadden/Tarrow 2006) rufen regelmäßig Polizei und zunehmend Militär,32 kommerzielle Sicherheitsdienste und Söldner33 auf den Plan.

Zum üblichen Aufmarsch mehrerer tausend Polizisten wurde in Heiligendamm 2007 erstmals um einen G8-Gipfel auch ein zwölf Kilometer langer Zaun er und eine 40 Quadratkilometer umfassende Demonstrationsverbotszone eingerichtet34 – beides, um die Tagungsteilnehmer des G8-Gipfels zu schützen, die das Grand Hotel aus den tiefroten Zahlen sollten (Schönwitz 2007).

Seit Genua fliehen zwar die G8-Verantwortlichen und ihre Sherpas den urbanen Raum, geben aber den raumgreifenden Kontrollanspruch keineswegs auf. Robert Warren charakterisiert in seinem Beitrag den mittlerweile regelmäßigen Aufmarsch zur Kontrolle und Unterdrückung von Protest gegen die Treffen globaler Eliten durch Lokalstaat, Polizei und Militär in den USA als die Just-in-time-Konzentration von »Popup«-Armeen. Zwei solcher internationalen Treffen, in Florida und Georgia, nimmt er dabei exemplarisch in den Blick. Es sind derartige Events, die Kollateralschäden nicht nur an den Gipfelorten selbst, sondern für die gesamte Region bedeuten und »Fußabdrücke im Raum« hinterlassen, die letztlich die Stadt sowohl als ökonomische Einheit wie auch als demokratisches Gemeinwesen zerstören (können) und damit erhebliche Auswirkungen auf die Verfassung liberaler Demokratien insgesamt haben.

James Sheptycki belegt mit seinem Beitrag, dass es sich bei der Unterdrückung politischer Protestbewegungen keineswegs nur um ein Phänomen der so genannten entwickelten Länder handelt – und dass die Frage von politischer Gewalt sich immer an den konkreten Zuständen und ihrer Überwindung bemisst. Vor dem Hintergrund des Sturzes der bolivianischen de Lozada-Regierung im Jahre 2003 zeigt Sheptycki den andauernden Einfluss der US-Administration und multinationaler Konzerne auf die Innenpolitik Boliviens auf. Im Zentrum seines Beitrags steht die Frage, wie politische Gewalt im Kontext solcher Ausbeutungsverhältnisse zu charakterisieren und bewerten ist.

Vor gut zehn Jahren veröffentlichte Neil Smith mit 'The New Urban Frontier: Gentrification and the Revanchist City' nicht nur eine bis heute einflussreiche Studie zu Gentrifizierungsprozessen in New York City – and beyond (Hackworth 2006) – , sondern machte auch deutlich, wie sehr es sich dabei um ein revanchistisches Projekt der urbanen Eliten und gehobenen Mittelklassen gegen die Subalternen handelte. In der hier vorliegenden Polemik erweitert Smith sein Konzept des urbanen Revanchismus auf die globale Ebene, bei der der »Mussolini von Manhattan«, New Yorks früherer Bürgermeister Rudy Giuliani, gleichsam zum Marktschreier eines nun globalen Projekts auch kommerziell abgesicherter Polizeigewalt geworden ist (vgl. auch unser Interview mit Neil Smith zu Gentrifizierung in Berlin).

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4 Comments

Page 1 from 1 1

#3 Tom wrote at 24.10.2007 08:19 answer

Hi guys -

good work! My friend Andrew, who shot the picture on the title, just told me about it. It looks even more scary on your book than in the original ....

A minor correction in your "Danksagung": He lives in Vancouver, not in Toronto.

Rock on

/

Tom

#4 Jens wrote at 24.10.2007 19:20 answer

Thank you, Tom.

Seems like we are geographically challenged ...

We even send his copy to Vancouver!

I corrected it in the html and made a note for the PDF and a seond edition of the book.

Thanks again

/

Jens

#1 Thomas wrote at 21.10.2007 17:05 answer

Hallo,

mein englisch reicht nicht, ich schreibe auf Deutsch:

Ich habe Ihr Buch am Wochenden zur Hälte gelesen und es gefällt mir sehr gut, besonders die deutliche Sprache. Gratulation!

Allerdings habe ich auch einen fetten Fehler gefunden: In der Einleitung Fußnote 33, S. 26 muss es doch wohl heißen "Mississippi", oder? Rolleyes

#2 Jens wrote at 22.10.2007 18:26 answer

Hallo Thomas,

Deutsch ist prima bei einem deutschsprachigen Buch, das Englisch hat historische Gründe.

Glückwunsch! Du hast einen fetten Bug gefunden, ist uns arg peinlich Redface

Ich habe es heute überprüft, in einer frühen Fassung stand da "Mississippi" - allerdings falsch geschrieben, ich fürchte das ist uns im nächtlichen finalen Editieren durchgerutscht.

Im PDF habe ich es bereits korrigiert. Danke nochmal und sende uns gerne mehr!