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Eick, Sambale, Toepfer Kontrollierte Urbanität Zur Neoliberalisierung städtischer Sicherheitspolitik EICK, SAMBALE, TOEPFER KONTROLLIERTE URBANITÄT ZUR NEOLIBERALISIERUNG STÄDTISCHER SICHERHEITSPOLITIK


6. »Die WM war sportlich und auch wirtschaftlich sowie nicht zuletzt sicherheitspolitisch ein Erfolg, der durch eine hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem von Franz Beckenbauer geleiteten Organisationskomitee, FIFA, Bundesregierung, WM-Städten, Bundesländern und weiteren Partnern möglich wurde und Standards – z.B. public viewing – für zukünftige Sportgroßveranstaltungen gesetzt hat.« (Schäuble 2006: 1)

7. So etwa das Bündnis Aktiver Fußball Fans (BAFF) in seiner Auswertung der WM: »Die Polizeistrategie auf den öffentlichen Plätzen und in den Stadien dann während der WM selbst kann aber, auch wenn in einzelnen Fällen auch hier über das Ziel hinaus geschossen wurde, als positiv eingestuft werden. Die Polizei war trotz großer Präsenz vor Ort, auch durch sehr viele zivile Beamte, insgesamt eher defensiv eingestellt und versuchte deeskalierend aufzutreten«. Unter: aktivefans.de/01a9d793ed0d8ca08/035c5f98c20b40501/01a9d793ed0d92a17/50 1460980d0159005.html [29.03.2007].

8. Kommitee für Grundrechte und Demokratie (Hg. 2006): Informationen: 4/2006 (Juli), S. 3: »Auch für die Gefährderansprachen (in NRW wurden 3.125 Personen zu Hause oder an ihren Arbeitsplätzen aufgesucht), Meldeauflagen (in NRW: 383) und Aufenthaltsverbote (in NRW 1.070 Bereichsbetretungsverbote) haben für diejenigen eine große Rolle gespielt, die vor der WM 'auffällig' geworden waren« (ebd.: 7, Hervorh. im Original). Weiter gilt: »In der bundesweiten Datei 'Gewalttäter Sport', die von der 'Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze' beim Landeskriminalamt NRW geführt wird, sind derzeit etwa siebentausend Personen gespeichert (rund 2.000 mehr als noch vor einem Jahr). Um für mindestens fünf Jahre in dieser Datei zu landen, reicht eine Personalienfeststellung am Rande einer fußballbezogenen Auseinandersetzung. Es bedarf also weder eines Ermittlungsverfahrens noch einer Verurteilung« (Busch 2006a: 3).

9 »Das Bundeskriminalamt hat ein 'Lagezentrum BKA WM 2006' (LIZ) in seiner Liegenschaft in Meckenheim eingerichtet. Unter Einbindung des Bundesamtes für Verfassungsschutz, des Bundesnachrichtendienstes, der Bundespolizei, Interpol und Europol sowie Verbindungsbeamten nahezu aller Teilnehmerstaaten, werden dort rund um die Uhr alle sicherheitsrelevanten Informationen mit Fokus auf die FußballWeltmeisterschaft zusammengefasst, analysiert und an die Sicherheitsbehörden übermittelt« (Behörden Spiegel Online vom 9. Juni 2006, Newsletter Netzwerk Sicherheit, Ausgabe 53: 3, Hervorh. im Original).

10 Vgl. Lederer (2006: 77); dort sind auch weitere Zahlen nachzulesen.

11 Feltes (2006: 1), der die Sicherheitskonzeption für einen Erfolg und Ausdruck von »Selbsthilfe« hält (ebd.: 3), schreibt weiter: »Die Kontrolle von Macht erweist sich als das Kernproblem, die begriffliche Gegenüberstellung von 'privat' und 'öffentlich' ist hier nicht länger weiterführend« (Hervorh. im Original) – eine reichlich gewagte These.

12 »Im Rahmen des Bewerbungsverfahrens hat die Bundesregierung auch die Regierungsgarantie 'Sicherheit' übernommen. Bund und Länder, der private Veranstalter und Ausrichter und alle übrigen an den umfangreichen Sicherheitsvorbereitungen und Maßnahmen während der WM 2006 beteiligten Organisationen haben während der gesamten Vorbereitungszeit und während der WM effizient zusammengearbeitet. Im Bereich der Sicherheit ist etwas gelungen, was manche im Vorfeld kaum für realisierbar hielten. Es konnte auf wunderbare Weise erlebt werden, dass Fröhlichkeit und Sicherheit keine Gegensätze sind. Die Zuschauer in den Stadien und die Fans aus aller Welt im ganzen Land konnten unbeschwert feiern und fröhlich sein, weil sie sich jederzeit genauso willkommen wie sicher fühlten« (Bundesregierung 2006: 36, Hervorh. im Original).

13 Seit Beginn der 1990er Jahre werden Nonprofit-Organisationen im Rahmen aktivierender Beschäftigungspolitik insbesondere im öffentlichen Raum in einem kriminalpräventiven Beschäftigungsregime zwischen (lokaler) Regierung, Arbeitsämtern bzw. agenturen, Job-Centern, kommerziellen Arbeitgebern bzw. ihren Verbänden eingesetzt, um Langzeitarbeitslose als Nonprofit-Polizeien zum Einsatz zu bringen (Eick 2007).

14 Zur kritischen Begleitung solcher Neuerungen vgl. etwa
boingboing.net/2006/01/27/howto_turn_a_disposa.html [06.06.2007].

15 Die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) ist der Weltfußballverband, der für die Planung, Durchführung, finanzielle Organisation u.a. der Frauenund Männerfußballweltmeisterschaften verantwortlich zeichnet. Allein aus den Fernsehrechten erzielte die FIFA in den Jahren 2002 und 2006 über 1,8 Mrd. Euro Einnahmen. Vor der Austragung der WM in Deutschland forderte die FIFA eine vollständige Befreiung von Steuerzahlungen, die ihr von der Bundesregierung auch zugestanden wurde.

16 Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. November 2000: 32. Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel hatte die Form der Pflichtveröffentlichung kritisiert, denn »eine genau Krankengeschichte sei für den Kapitalmarkt nicht nötig« (ebd.).

17 Vgl. boerse.ftd.de/ftd/einzelkurs_kurse.htm [09.04.2007].

18 www.zeit.de/news/artikel/2007/04/03/98316.xml [09.04.2007].

19 »We know that an Oxford student was killed in 1303, by a team of Irish students 'while playing ball in the High Street towards Eastgate', and bans against footballplaying, not only on accounts of its roughness, but also to encourage the practice of archery, were issued by Edward II in 1313, and by Edward III in 1349. Some chroniclers noted – what a familiar ring there is to this! – that shopkeepers closed their shops when a match was due to take place«, charakterisiert etwa Fairman (1994: 52) die damalige Politik (Hervorh. im Original).

20 Mit der Bosman-Entscheidung beschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Jahr 1995, dass ProfiFußballspieler in der Europäischen Union nach Ende des Vertrages ablösefrei zu einem anderen Verein wechseln dürfen; zudem wurde die im europäischen Sport bestehenden Restriktionen für die Beschäftigung von Ausländern in den jeweiligen nationalen Ligen aufgehoben. Auslöser für die der Entscheidung war eine Schadensersatzklage des belgischen ProfiFußballers JeanMarc Bosman gegen die seinerseits als zu hoch angesetzte Ablösesumme seines Arbeitgebers RFC Lüttich. Bosman sah sich dadurch in seiner Arbeitnehmerfreizügigkeit eingeschränkt.

21 Gegenwärtig versucht das Europäische Parlament, mehr Einfluss auf den europäischen Fußballmarkt zu bekommen, um »faire[n] Wettbewerb« durchzusetzen; im Auftrag der Europäischen Kommission soll der slowakische EU-Sportkommissar Jan Figel (EVPED), seit 2004 Ritter der französischen Ehrenlegion, Mitte 2007 »ein Strategiepapier zum Sport vorlegen, in dem es um Profifußball gehen wird« (Hagelücken 2007: 17).

22 Zum 'leg drain', dem Analogon zum 'brain drain', dem systematischen
Entzug von intellektuellen und wissenschaftlichen Kapazitäten aus den
Drittwelt-Ländern, vgl. Milanovic (2005).

23 »The soccer example illustrates the desirable type of globalization: do away with limits to labor mobility, increase the overall output through interaction between people, make use of increasing returns to skills, but then reinsure that some of the gains are shared by those who do not have enough economic power. But it also illustrates the fact that the rich are unhappy with the even fairly limited global rules and would prefer to see them abolished. Thus, the example of soccer illustrates both the promise and the hazards of globalization« (Milanovic 2005: 846f).

24 In Großbritannien werden Kameras installiert, die auch 'sprechen' können
– mit Kinderstimmen (Pham 2007).

25 Vgl. youtube.com/watch [07.06.2007].  

26 Im Jahr 2004 waren von allen US-Gefangenen 910.200 Afroamerikaner, 775.100 Weiße und 395.400 Hispanics. Zum selben Zeitpunkt waren 12,6 Prozent aller Afroamerikaner im Alter zwischen 25 und 29 Jahren in Haft (Stern 2006: 33).

27 So verdreifachte sich etwa die Zahl der Inhaftierten zwischen 1992/93 und 2003 in Saudi Arabien und Singapur, verdoppelte sich in Indonesien und Thailand, stieg um 144 Prozent in Brasilien; noch um die Hälfte stieg sie im selben Zeitraum in weiteren 46 Staaten, unter ihnen Großbritannien, Kroatien und die Türkei, in den Niederlanden stieg sie um 140 Prozent (Stern 2006: 99ff). Ebenfalls seit Beginn der 1990er Jahre, allerdings mit erheblichen regionalen Unterschieden, steigen auch die Inhaftierungsraten von Frauen, besonders eklatant in den Niederlanden und Großbritannien (ebd.: 35ff).

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4 Comments

Page 1 from 1 1

#3 Tom wrote at 24.10.2007 08:19 answer

Hi guys -

good work! My friend Andrew, who shot the picture on the title, just told me about it. It looks even more scary on your book than in the original ....

A minor correction in your "Danksagung": He lives in Vancouver, not in Toronto.

Rock on

/

Tom

#4 Jens wrote at 24.10.2007 19:20 answer

Thank you, Tom.

Seems like we are geographically challenged ...

We even send his copy to Vancouver!

I corrected it in the html and made a note for the PDF and a seond edition of the book.

Thanks again

/

Jens

#1 Thomas wrote at 21.10.2007 17:05 answer

Hallo,

mein englisch reicht nicht, ich schreibe auf Deutsch:

Ich habe Ihr Buch am Wochenden zur Hälte gelesen und es gefällt mir sehr gut, besonders die deutliche Sprache. Gratulation!

Allerdings habe ich auch einen fetten Fehler gefunden: In der Einleitung Fußnote 33, S. 26 muss es doch wohl heißen "Mississippi", oder? Rolleyes

#2 Jens wrote at 22.10.2007 18:26 answer

Hallo Thomas,

Deutsch ist prima bei einem deutschsprachigen Buch, das Englisch hat historische Gründe.

Glückwunsch! Du hast einen fetten Bug gefunden, ist uns arg peinlich Redface

Ich habe es heute überprüft, in einer frühen Fassung stand da "Mississippi" - allerdings falsch geschrieben, ich fürchte das ist uns im nächtlichen finalen Editieren durchgerutscht.

Im PDF habe ich es bereits korrigiert. Danke nochmal und sende uns gerne mehr!

answer to comment #1

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